

Therapien
Delfintherapie

Unsere erste Delfintherapie – ein Wendepunkt auf Emilians Weg
Im Jahr 2022 erfüllten wir uns einen großen Traum: unsere erste Delfintherapie auf Curaçao. Die rund 20.000 Euro, die wir seit Emilians Geburt mühsam gespart hatten, wollten wir in etwas investieren, das ihm echte Chancen bietet – in eine Erfahrung, die Herz, Körper und Seele gleichermaßen berührt. Ganz ehrlich: Wir waren uns anfangs unsicher, ob sich diese enorme Anstrengung lohnen würde. Doch schon nach wenigen Tagen wurden alle Zweifel hinweggefegt.
Bereits nach der ersten Woche begann Emilian plötzlich, fünf-Wort-Sätze zu sprechen – vorher waren es nur zwei. Nach einer der Schwimmeinheiten, in denen er seinem Delfin ganz nah sein durfte, streichelte er zum ersten Mal seinen rechten, eingeschränkten Arm und sagte leise: „Hab lieb.“ In diesem Moment wussten wir: Jede Mühe, jeder gesparte Cent, jeder verschobene Urlaub war es wert.
Warum wir an diese Therapie glauben
Ein innovatives Konzept
Das Programm von delfine therapieren menschen e.V. basiert auf einem wissenschaftlich fundierten Ansatz, bei dem körperliche, sprachliche und emotionale Entwicklung gezielt angeregt werden.
Magische Begegnungen mit Delfinen
Delfine sind unglaublich intelligente, feinfühlige und soziale Tiere. Ihr Vertrauen und ihre positive Ausstrahlung öffnen selbst verschlossene Herzen – sie berühren die Kinder auf einer Ebene, die Worte kaum beschreiben können.
Nachweisbare Fortschritte
Viele Familien – und auch wir – erleben deutliche Veränderungen im Verhalten, in der Kommunikation und im Selbstvertrauen der Kinder. Emilians Entwicklung ist das lebendige Beispiel dafür.
Ein ganzheitlicher, familiärer Ansatz
Die Therapie bezieht die gesamte Familie mit ein. Ein Team aus Logopäden, Physiotherapeuten, Psychologen und Ergotherapeuten begleitet jedes Kind individuell – mit Wärme, Wissen und großem Einfühlungsvermögen.
Ethik und Tierwohl an erster Stelle
Die Delfine leben in großzügigen Lagunen im offenen Meer, in Gruppen, wie sie es auch in freier Natur tun. Ihre Bedürfnisse stehen immer im Mittelpunkt – manchmal wird eine Einheit verschoben, wenn ein Tier nicht in der richtigen Verfassung ist. Als große Tierfreunde war uns diese Haltung besonders wichtig – sie war der entscheidende Grund, warum wir uns bewusst für Curaçao entschieden haben und nicht für günstigere Alternativen.
So läuft die Therapie ab
Der erste Tag beginnt mit einem intensiven Kennenlerngespräch mit Therapeut:innen und Assistent:innen. Danach folgt die erste Begegnung mit den Delfintrainer:innen und den Tieren – ein Gänsehautmoment für jedes Kind. Welcher Delfin zu welchem Kind passt, zeigt sich schnell; es entsteht eine ganz besondere Verbindung.
Die Landeinheiten finden an Land oder im Aquarium statt – mit individuell abgestimmten Übungen aus Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie oder Psychologie. Manchmal wird auch am Strand oder im Kanu gearbeitet, um die Sinne und Bewegungen spielerisch zu fördern.
In den Wassereinheiten dürfen die Kinder gemeinsam mit „ihrem“ Delfin üben, spielen und wachsen. Bei Emilian stand im ersten Jahr das Vertrauen, Schwimmen und Streicheln im Vordergrund – zur Ruhe kommen, ankommen, verbunden sein. In den Folgejahren wagte er sich an kleine „Kunststücke“: Bewegungen, die er nur durch die bewusste Nutzung seines rechten Arms oder durch Sprache auslösen konnte. Jedes dieser Erlebnisse war ein kleiner Sieg – und ein großer Schritt in seine eigene Freiheit.
Diese Therapie hat nicht nur Emilian verändert – sie hat uns alle verändert.
Sie hat uns gezeigt, was möglich ist, wenn man nie aufhört zu glauben.


Swimlab

Unsere Schwimmtherapie – kleine Schritte, große Wunder
Die Schwimmtherapie war unsere erste privat finanzierte Therapie im Ausland – ein mutiger Schritt, voller Hoffnung und Unsicherheit zugleich. Der Schwerpunkt liegt hier auf der körperlichen Entwicklung der Kinder, doch für Emilian wurde sie zu weit mehr als das. Nach einer der Wassereinheiten begann er plötzlich, seine ersten Zwei-Wort-Sätze zu sprechen – und er nutzte zum ersten Mal von sich aus seine rechte Hand, um im Sand zu spielen. Für andere mag das klein wirken. Für uns waren es Riesenschritte – Momente puren Glücks, die uns die Tränen in die Augen trieben.
Wie die Therapie abläuft
Wie auch bei der Delfintherapie begegnete uns hier ein Team aus einfühlsamen, ideenreichen und hochmotivierten Therapeut:innen, die mit Herz und Hingabe arbeiten. Die Einheiten sind intensiv – drei Sessions am Tag, zwei davon im Wasser (jeweils etwa eine Stunde) und eine an Land (etwa 50 Minuten). Trotz dieses hohen Tempos gelingt es dem Team, jedes Kind mit Freude, Humor und Geduld individuell zu fördern.
Wassereinheiten
Im Wasser wird gezielt an Emilians Körperstabilität, der Nutzung beider Arme und Beine, sowie an der Annahme von Rückenpositionen gearbeitet – etwas, das ihm aufgrund vieler belastender Krankenhauserfahrungen lange schwerfiel. Auch die Mundmotorik wird spielerisch trainiert, etwa durch das Pusten in Wasserblasen.
Landeinheiten
An Land – ob in der Turnhalle, im Fitnessstudio oder draußen in der Natur – steht Bewegung im Mittelpunkt. Durch Balanceübungen, Parcours, Stufentraining und gezielte Dehnung werden Gangbild, Motorik und Handkraft verbessert. Dabei kommen kreative Materialien und spielerische Methoden zum Einsatz, die Emilian motivieren und Spaß machen.
Was diese Therapie so besonders macht, sind nicht nur die fachliche Kompetenz und das Engagement – sondern die Art, wie die Therapeut:innen Eltern einbeziehen, wertvolle Tipps für den Alltag geben und jedes Kind auf seinem ganz eigenen Weg begleiten.
Trotz der körperlich fordernden Einheiten liebt Emilian seinen Therapeuten Kris von ganzem Herzen. Mit leuchtenden Augen zählt er schon Wochen vorher die Tage, bis es endlich wieder losgeht – dorthin, wo Fortschritt und Freude Hand in Hand gehen.


Traumatherapie

Emilians Weg zur Heilung – kleine Schritte durch große Gefühle
Sowohl während der Therapien als auch im Alltag kam es immer wieder zu Momenten, in denen Emilian plötzlich weinend und zitternd zusammenbrach. Diese Situationen traten meist dann auf, wenn geliebte Bezugspersonen sichtbar, aber für ihn nicht erreichbar waren – wenn er also spürte, dass er keine Kontrolle darüber hatte, wieder zu ihnen zu kommen.
Anfangs konnten wir uns diese heftigen Reaktionen nicht erklären. Trennungen an sich waren für Emilian nie ein Problem. Erst durch intensive Gespräche mit den Therapeut:innen – sowohl auf Curaçao als auch auf Lanzarote – wurde deutlich, dass diese Situationen tiefe Erinnerungen an frühere Traumata auslösten. Vermutlich wurde er dabei an unzählige Krankenhausmomente erinnert, in denen er fixiert werden musste, während ich hilflos danebenstand – oder manchmal sogar den Raum verlassen musste.
Um diese Erlebnisse zu verarbeiten, begannen wir eine Kinder-Traumatherapie. Ein Teil davon bestand darin, die belastenden Erinnerungen in kleine, geschützte Geschichten zu verwandeln, die Emilian helfen, das Erlebte Schritt für Schritt zu verstehen. So entstand – ganz unerwartet – ein eigenes Bilderbuch, das mittlerweile zu einem festen Ritual geworden ist.
Darin erlebt „Känguru-Baby Flip“, stellvertretend für Emilian, all diese schwierigen Situationen – aber immer mit einem guten Ausgang, mit Geborgenheit und Liebe. Diese Geschichten schenken Emilian Sicherheit und zeigen ihm, dass er heute stark, geschützt und niemals allein ist.





